Klettern - in allen Variationen
- lernortwittenbach
- 5. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
„Der Schlüssel zum Klettern ist, so viel wie möglich zu klettern“ (Lynn Hill).
Und zusammen mit der Erkenntnis von Wolfgang Güllich „Das Gehirn ist der wichtigste Muskel beim Klettern“ bestätigt es uns voll und ganz: ran an den Fels!
Sofern es das Wetter zuliess, fuhren wir nach Sitterdorf an die Wand. Mittlerweile gibt es hier über 60 verschiedene Routen. Die Grossen waren jetzt soweit, den Vorstieg zu üben. In der Wand sind nur Haken verankert, das Sicherungsseil muss beim Vorstieg erst ganz nach oben gebracht und im oberen Karabiner eingehängt werden. Damit kann man anschliessend dann per Toprope sichern, also das sieht dann so aus:

Gut, dass wir hier beim Klettern sind und nicht im Kunstunterricht.
Beim „toprope Sichern“ muss der Sichernde ständig Seil einholen und dieses stramm halten, für den Fall eines Sturzes. Gesichert wird mit Sicherungsautomaten, relativ idiotensicher. Die Fallhöhe ist somit auf ein Minimum beschränkt. Das gilt aber nicht für den Vorstieg. Hier hängen die Kletterer das Seil erst nach und nach in die Haken ein auf dem Weg nach oben. Sollte es zum Sturz kommen, fällt der Kletterer die doppelte freie Seillänge runter. Erst dann greift die Seilsicherung.
Es gehört also nicht nur Können und Übung dazu, im Vorstieg zu klettern, sondern auch eine ganz schöne Portion Mut. Und mutig ist man dann, wenn man Vertrauen hat.

Der Dauerbrenner „Abseilen“ wurde natürlich auch wiederholt geübt. Für die eine oder andere Mutter immer wieder eine Herausforderung: entweder sich selber abzuseilen oder dagegenzuhalten, wenn man das lieber nicht ausprobieren wollte. Die Wand hat es aber auch in sich: 15 Meter Abgrund tun sich da vor einem auf, wenn man sich erst einmal bis zur Kante vorgewagt hat. Hängt man dann in der Wand, ist das Schlimmste überstanden. Da ist man doch als Fotograf dankbar für sein Weitwinkelobjektiv.

Und wenn die Lehrerin gerade mal nicht hinguckt, kann man mal schnell die Wand auch ohne Sicherung beklettern. Das Loch da oben sah doch einfach zu verlockend aus. Und jetzt? Wie kommt man da jetzt wieder runter? Wo wir beim nächsten Spruch wären „Runter kommen sie alle“.

Wenn das Wetter nicht so gut war, mussten wir in die Halle in St. Gallen ausweichen. Selbst das Aufwärmprogramm macht mächtig Laune. Und immer schön lächeln...

Wie war das mit dem Sicherheitscheck? Bevor es an die Wand geht, wird gegenseitig mit Augen und Händen kontrolliert: Anseilknoten und Anseilpunkt, Gurt und Gurtverschlüsse, Sicherungskarabiner, Sicherungsgerät testen, ob es blockiert, Seilende abgeknotet. Alles ok? Dann kann’s ja losgehen.

Wer ist die Schönste, pardon, Schnellste im ganzen Land? Toprope klettern um die Wette.


Hier in der Halle kommen noch 2 m obendrauf – 17 Meter hat die Wand an Höhe. Gut, dass man keine Höhenangst hat und die Kamera ein Weitwinkelobjektiv - zumal der Fotograf ja auch noch gleichzeitig sichert – wie am roten Seil zu erkennen. Da hat doch bestimmt der weisse Punkt oben in dem Bild vorher „Block“ gerufen.
Trainiert werden sowohl die Fertigkeit beim Bouldern als auch der Gleichgewichtssinn auf der Slackline. Und dabei lässt sich doch glatt noch der Kollege den Kopf kraulen.














Kommentare